Spezialführung im Museum
Freitag, 17. Oktober 2008, 19.15


Zwischen 4. Oktober und 15. November sind im Museum die barocken Tapisserien, der Benedictus-Ornat, sowie der Thronsessel mit der dazugehörigen Sessio mit Darstellungen aus dem Alten und Neuen Testament ausgestellt.

Die vier Tapisserien zeigen Motive aus dem Leben des Mose und wurden um 1674/75 wahrscheinlich in Antwerpen gewebt. Eine Serie von Tapisserien, die (auf Grund von übereinstimmenden Bordüren bei drei Stücken) nach denselben Entwürfen und in der gleichen Manufaktur wie jene der Schottenabtei gewebt worden ist, befindet sich heute noch in den Kunstsammlungen des regierenden Fürsten von Liechtenstein.

Von Abt Carl Fetzer (1705–1750), in dessen Regierungszeit die Schottenabtei zu besonderer Blüte gelangte, wurde auch die Sakristei mit zahlreichen neuen Ornaten ausgestattet. An erster Stelle unter diesen steht der derzeit im Museum ausgestellte  Benedictus-Ornat, der – abgesehen von den Antependien – vollständig erhalten ist. Er umfaßt zwei Pluviale, zwei Kaseln, vier Dalmatiken und die entsprechenden kleineren Stücke. Die vier Dalmatiken weisen auf beiden Seiten ein für das 18. Jahrhundert ganz ungewöhnliches ikonographisches Programm mit Szenen aus dem Alten Testament auf. Die beiden Pluviale führen das Programm mit Darstellungen aus dem  Neuen Testament weiter. Die beiden Kaseln bilden mit dem in Wolken von Strahlen umgebenen Auge Gottes und zwei anbetenden Engeln den Abschluß. Der gesamte Ornat dürfte auf Wunsch des damaligen Abtes angefertigt und die Auswahl der Motive von einem der Patres der Abtei zusammengestellt worden sein.

Neben diesem Ornat wurden auch ein liturgischer Thronsessel und acht Hocker mit Stickereibezügen versehen, die wiederum Szenen aus dem Alten Testament zur Darstellung bringen. Über die Entstehungszeit und die Herkunft dieser Stücke sind leider keine historischen Belege mehr vorhanden.

Zu diesen Exponaten findet am 17. Oktober 2008, um 19.15 Uhr, eine Spezialführung statt, in deren Rahmen die Darstellungen aus theologischer Sicht von P. Georg Braulik OSB und aus kunsthistorischer Sicht von Eva Landauer näher erläutert werden.

Diese Spezialführung dauert ca. 1 Stunde; Eintritt EUR 4,-