Recollectio in den Weihnachtsferien:
Besuch im Stift Göttweig
4. Jänner 2010


Einmal im Jahr hält der Konvent der Schottenabtei seine Recollectio außerhalb des Klosters.

Dieses Jahr fuhren wir am 4. Jänner zu unserem ca. 80 km entfernten „Nachbarn“, dem Stift Göttweig. In persönlichen Gesprächen und im Sehen wollten wir vor Ort die Situation der Mitbrüder kennen lernen. Der herzliche Empfang durch den neuen Abt Columban öffnete uns die Tore, durch die der normale Tourist nicht ins Kloster gelangt.

Unsere Absicht war es auch nicht, die touristischen Highlights zu besuchen: die graphische Sammlung hat es uns angetan. Sie ist mit über 30.000 Blättern die größte österr. Privatsammlung historischer Druckgraphiken. Der Kustos, Univ.-Prof. P. Dr. Gregor Lechner OSB, war uns ein sachkundiger und vor Esprit sprühender Führer.

Die Sammlung ist in der sog. „Alte Burg“ untergebracht, einem verwinkelten, auch mit Kunstbüchern (darunter 6.000 Kirchenführer) vollgestopftem Bau mit alter und neuer Bausubstanz. Originell sind die beiden Mini-Wohnungen im Turm. In einem dient eine Schießscharte als Fenster!

Mit von Daten und Namen rauchenden Köpfen (inzwischen war dem Morgennebel ein strahlender Sonnentag gefolgt), gingen wir mit den Göttweiger Mitbrüdern zum Mittagsgebet und anschließend zum Mittagsmahl. In der Rekreation danach bei Kaffee und Kuchen wurden lebhafte Gespräche geführt und die phantastische Aussicht (die Donau war aus dieser Höhe wirklich blau) genossen. Nach einem kurzen Gebet am Grab des im Sommer verstorbenen Abtes Clemens ging es wieder zurück nach Wien.

Fr. Stephan Szinai OSB


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