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Ausstellung:
Auf dem Gebiet, das dem Schottenstift übergeben worden war, befand sich damals nur die schwach bevölkerte Ortschaft Páty und die beiden unbewohnten Orte Budajenö (damals: Jenö) und Telki. Da man mit den Bewohnern von Páty allein die Güter nicht bewirtschaften hätte können, bemühte man sich für Budajenö und Telki um deutschsprachige Siedler, die zum Wiederaufbau nach der Türkenzeit ins Land gekommen waren. Da den Schottenmönchen aber anfangs keine genauen Flurkarten oder Geländebeschreibungen zur Verfügung standen, mussten sie das genaue Gebiet und die dazugehörigen Grenzen erst selbst ermitteln und sich die dementsprechenden Karten selbst anlegen. Die so ermittelten Gebiete wurden von einem Administrator verwaltet, der in einem sogenannten Herrschaftshaus wohnte, in dem zugleich auch der Lehrer lebte und unterrichtete. Weiters gehörten dazu Meierhöfe, Schafhöfe, Speicher, Schuppen, Stallungen, Keller und Kelter, eine Mühle und ein Ziegelofen. Hinsichtlich der Bildung war Telki lange Zeit Budajenö unterstellt und besaß bis 1840 mit Budajenö zusammen nur eine gemeinsame katholische Pfarrschule mit einem in Budajenö lebenden Lehrer. Damit die Kinder aus Telki aber nicht immer in den Nachbarort gehen mussten, ließ die Wiener Abtei 1840 in Telki ein eigenes Schulhaus errichten. In seelsorglicher Hinsicht hatte Telki immer zusammen mit Budajenö einen Pfarrer, der in Budajenö wohnte, wo auch normalerweise die Gottesdienste stattfanden und sich das restliche kirchlich-religiöse Leben abspielte. In Telki selbst, wo die Reste der alten Abtei 1801 abgetragen wurden und mit dem Bau einer neuen Kirche begonnen wurde, feierte man Gottesdienste in der Kapelle des Herrenhauses nur an ganz bestimmten Tagen. Auch wenn die Schottenmönche Ende 1881 die Abtei Telki wieder dem ungarischen Staat zurückgeben mussten, werden im Archiv des Schottenstiftes heute nicht nur zahlreiche Unterlagen zur Geschichte des ungarischen Klosters und der ganzen Besitzungen aus der Zeit als die Benediktiner des Schottenstiftes die Verwaltung übernommen hatten aufbewahrt, sondern auch zahlreiche Landkarten und Pläne, die seitens der Schottenmönche damals für die Verwaltung der Ländereien und die Errichtung beziehungsweise Renovierung von Gebäuden benötigt und angelegt wurden. Ein Grossteil dieser Gebäudepläne und Landkarten (u.a. auch die Zeichnung wie die neue Abtei in Telki ausgesehen hätte sollen) wurde am 15. Mai 2010 in einer von der Gemeinde Telki im Rahmen des diesjährigen 8. Kulturfestivals (14.-15. Mai 2010) organisierten Ausstellung unter dem Titel „Die Benediktiner des Schottenstiftes Wien in Telki“ zahlreichen interessierten Besuchern gezeigt. Die unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters Gábor Móczár stehende Ausstellung wurde von Dr. Andras Bórdas (Organisator der Ausstellung), Gábor Harkai (Pfarrer der Nachbargemeinde Budajenö) und Dr. Martin Czernin (Archiv des Schottenstiftes Wien) gemeinsam eröffnet. Inhaltlich wurde dabei versucht, im Rahmen des Eröffnungsreferates von Dr. Czernin sowie anhand der zahlreichen ausgestellten Gebäudepläne und Landkarten aus dem Archiv des Schottenstiftes der interessierten und von der Ausstellung begeisterten Ortsbevölkerung neue Informationen über die damalige Geschichte des Ortes zu vermitteln. Dr. Martin Czernin
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