Konventexerzitien:
Schottenkonvent in St. Lambrecht
21. bis 26. August 2011


Am Tag, als der Sommer 2011 in Wien "begann", zogen wir uns auf 1.100 m zu unseren Jahres-Exerzitien nach St. Lambrecht in der Steiermark zurück. Abt Dr. Johannes Eckert aus der Benediktinerabtei St. Bonifaz in Müchen/Andechs hielt uns 5 Tage täglich 2 Impulse zu dem Thema "Die Räume des Klosters". Zum besseren Verständnis ein Beispiel: 

Das Kloster: In welchen Räumen lebe ich? "Das Kloster soll, wenn möglich, so angelegt werden, dass sich alles Notwendige, nämlich Wasser, Mühle und Garten, innerhalb des Klosters befindet und die verschiedenen Arten des Handwerks dort ausgeübt werden können. So brauchen die Mönche nicht draußen herumlaufen, denn das ist für sie überhaupt nicht gut" (RB 66, 6-7)

  • In welchen Räumen lebe ich?  Bin ich bei mir Zu-Hause?
  • Ist mein Leben eine geschlossene Anlage oder lose Ansammlung verschiedener Lebensbereiche?
  • Was fehlt mir bzw. was habe ich verloren? Zu was will ich zurückfinden?
  • Welche Mauern brauche ich, dass mein Leben gelingt?
  • Wogegen muss ich mich abgrenzen, ohne zu mauern?

Zwischen den einzelnen Impulsen also genügend Stoff zum Nachdenken. Dazwischen die Gebetszeiten und Mahlzeiten mit den Mitbrüdern aus St. Lambrecht. Längere oder kürzere Spaziergänge bei herrlichem Wetter in der Umgebung rundeten den Tag ab. Ein Sternenhimmel wie wir es in Wien nicht beobachten können, lockte an den lauen Abenden auf eine Bank vor der Türe. 

Am Donnerstag Abend wurde der 70. Geburtstag von P. Prior Andreas nachgefeiert. Da im Kloster mit Vollendung des 70. Geburtstages die Ämter zurückgelegt werden müssen, wurde er gleichzeitig als Prior verabschiedet und die Einsetzung von Dr. P. Laurentius als neuer Prior gefeiert.

Zwischendurch kamen aus Wien immer wieder  Schreckensmeldungen über die steigenden Temperaturen in der Innenstadt. So machten wir uns am Freitag bangevoll auf den Rückweg. Bei der Ankunft verschlugen uns die 38 Grad fast den Atem. In der Nacht auf Sonntag stürzten dann die Temperaturen, Gott sei Dank, in den Keller.

frater Stephan-Maria Szinai OSB


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