Aus dem Leben der Gemeinschaft:
Recollectio-Tag in Wiener Neustadt
2. Jänner 2012


Am 2.1.2012 besuchte der Konvent, wie jedes Jahr, ein nicht allzuweit entferntes Kloster, um neue Kontakte zu knüpfen oder alte aufzufrischen.

Das Ziel heuer war das Zisterzienser-Priorat Neustift in Wiener Neustadt. Doch zuerst wurden wir dort von Dompropst Msgr. Karl Pichelbauer vor dem Mariendom zu einer Domführung erwartet. Das 800 Jahre alte Bauwerk war bis 1785 Bischofskirche, bevor es seinen Rang an die neugegründete Diözese St. Pölten abgeben musste. Seit 1989 ist es wieder die Titularkirche des österr. Militärbischofs. In einer einstündigen Führung sahen wir trotz großer Zerstörungen im 2. Weltkrieg großartige Kunstwerke. 

Nach dem Mittagessen gingen wir die wenigen Schritte zum eigentlichen Ziel dieses Tages: zum Neukloster. Dort wartete schon der neue Prior, P. Walter, auf uns. Das Kloster wurde 1250 für die Dominikaner errichtet. Im Jahre 1444 mussten diese den Zisterziensern weichen: Kaiser Friedrich brauchte für die Hochämter im neben der Burg gelegenen Kloster einen "Abt mit Mitra und Stab". Friedrich III stiftete 1447 den berühmten "Wiener Neustädter Altar" , einen gotischen Flügelaltar, der ursprünglich die Chorapsis (hinter dem heutigen Hochaltar) zierte. Im Jahre 1884 kam dieser in den Wiener Stephansdom, wo er im Frauenchor Aufstellung fand. Es folgte eine Führung durch die Kirche, Bibliothek, Kapitelsaal und den Klausurbereich.

Im Refektorium wurden wir mit Kaffee und Kuchen bewirtet. P. Johannes erzählte aus seinen 50 Jahren im Kloster als Gymnasiallehrer und Pfarrer. Manch erheiternde Anekdote sorgte für gute Stimmung. Heute "bevölkern" inzwischen wieder 6 Mönche das Kloster. Sie sind in der Pfarrseelsorge und im Schuldienst beschäftigt. In der Dämmerung verabschiedeten wir uns von von unseren Gastgebern. Unseren Mitbrüdern in Neukloster ein herzliches "Vergelts Gott" für den schönen Tag.

fr. Stephan Maria Szinai OSB

   

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