Aus dem Konvent:
Zeitliche Profess von Fr. Bernardo
15. September 2012

Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes legte Fr. Bernardo (César) Opazo-Aravena am 15. September seine zeitliche Profess ab.

Vor Abt Johannes versprach er Beständigkeit in der Gemeinschaft, klösterliche Lebensführung und Gehorsam nach der Regel des Hl. Benedikt. Zahlreiche FreundeInnen und Angehörige der Schottenpfarre waren anwesend. Nach dem Gottesdienst waren alle zu einer " Mittagessen ähnlichen" Agape in die Große Aula eingeladen. Hier trafen Mensch aus allen bisherigen Lebensbereichen Fr. Bernardos zusammen - was sich auch akustisch zeigte: Es wurde viel Spanisch gesprochen!

Anfang Oktober beginnt Fr. Bernardo mit dem Theologie-Studium an der Wiener Universität.

Fr. Stephan-M. Szinai OSB

     

Aus der Predigt von Abt Johannes:

Jesus ruft auch heute zur Nachfolge auf…
Das Evangelium (Matt 4, 18-22 ) des Gottesdienstes bei der Profess würden das Prinzip verdeutlichen, das jedem christlichen Leben zu Grunde liege: dass dieses Leben zuerst Nachfolge ist, betonte Abt Johannes in seiner Predigt, und so sei es, dass auch heute Jesus „am See“ entlang gehe und Menschen in ihrem Alltag zur Nachfolge auffordere. Heute wie damals baue er darauf, dass sie ihn hören, wenn er sie ruft. Er tue dies mit umso größerem Recht, als er selbst „der Gehorsame“ geworden ist, bereit, den Willen des Vaters zu tun. So würde auch Frater Bernardo als ein Element der benediktinischen Profess den Gehorsam versprechen, der nach der Regel des heiligen Benedikt dem Oberen und den Brüdern zu leisten ist, damit die Gemeinschaft aufgebaut werde.

Monastischer Gehorsam erfordert „ sentire cum ecclesia“ – mit der Kirche denken
Allein dieser Akzent zeige schon, dass es sich dabei nicht um militärischen Kadavergehorsam handelt und auch nicht um eine willenlose Unterordnung gegenüber anderen Autoritäten, sondern um die wechselweise Bereitschaft hinzuhören auf die Bedürfnisse der Brüder und des Klosters als Ganzen. Militärischer Gehorsam sei einfach: Man folgt dem, was im Befehlston ausgesprochen wird. Monastischer Gehorsam fordert eine Fähigkeit heraus, die man – bezogen auf die Gesamtkirche – sentire cum ecclesia genannt hat,  - mit der Kirche denken - , betonte Abt Johannes

Die Einladung Jesu hat etwas Dringliches
Andreas, Petrus, Jakobus und Johannes folgten der Aufforderung des selbst gehorsamen Herrn, wie das Evangelium betont, „sofort“. Die Einladung Jesu hat also etwas Dringliches. Auch unsere Nachfolge ereigne sich immer gerade jetzt und nicht irgendwann. Diese Herausforderungen greife Frater Bernardo mit seinem Professversprechen , jetzt, auf, damit er als aus seinem Leben heraus Geforderter seinerseits zur Herausforderung für alle werde, die Christus nachfolgen wollen, ihr Leben mehr und mehr nach dem Evangelium zu formen.

Abschließend sagte Abt Johannes: „Es ist schön, dass du diese Herausforderung der Mönche annimmst und weitergibst, ab dem heutigen Tag als „richtiger Benediktiner“ mit dem „OSB“ hinter dem Namen! Gott segne dich dazu!“

     

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