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Dialogues Mystiques:
Am Beginn des Abends stand wie schon gute Tradition die gesungene Komplet, einfühlsam begleitet von der Stiftsorganistin Zuzana Ferjencíková an der Mathis-Chororgel, und eine kurze theologische Hinführung zum Konzert durch P. Nikolaus Poch OSB. Danach erklangen von der großen Mathis-Orgel in neun Sätzen die Méditations von Messiaen. Zwischen den Sätzen sang die Choralschola Quasi modo geniti unter Leitung von Franz-Xaver Kainzbauer diejenigen Teile aus dem gregorianischen Mess-Proprium, die in dem jeweils darauf folgenden Satz Messiaen hörbar als Hauptthema verwendete. Somit entwickelte sich nicht nur ein faszinierender Dialog zwischen menschlicher Stimme und Orgel, sondern Messiaens Werk wurde dadurch auch besser zugänglich. Für seine Méditations hat Olivier Messiaen den Versuch einer «langage communicable», einer „kommunizierbaren Sprache“ für die Musik unternommen: Seien alle Sprachen der Welt an die Bedingungen von Raum und Zeit gebunden, so bestehe allein die Kommunikation der Engel aus einem rein geistigen Vorgang, der losgelöst von den irdischen raum-zeitlichen Kategorien sei. Dieser Gedanke des größten mittelalterlichen Kirchenlehrers des Abendlands, des Hl. Thomas von Aquin, hat Messiaen so fasziniert, dass er für seine Méditations eine neue Sprache der Musik entwickelte, die die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf den Namen Gottes lenken solle, was letztlich das einzige wichtige Wort in jeder Sprache sei. Das Ergebnis dieses langage communicable sind für den Zuhörer neue und ungewohnte Hörerfahrungen, deren Faszination er sich nur schwer entziehen kann! Bei dem bis ins kleinste Detail systematisch durchstrukturierten Werk, in dem die Trinitätslehre wie in einem theologisch-musikalischen Traktat „kommunizierbar“ gemacht wird, berührt wohl am Stärksten, dass hochkomplexe Klangstrukturen immer wieder durch einfachste musikalische Motive durchbrochen werden: Vogelstimmen und einstimmig vorgetragene gregorianische Themen. So ist die musikalische Spannung zwischen dem VII. Satz, der mit „Vater und Sohn lieben sich und uns durch den Heiligen Geist“ überschrieben ist und den VIII. Satz „Gott ist einfach“ («Dieu est simple») kaum adäquat beschreibbar: Auf einen Schwindel erregenden Satz folgt ein Stück von fast kontemplativer Ruhe: dem verzehrenden Liebes-Feuer der Trinität die göttliche Ruhe des Einen. Als der Abend mit dem dramatischen IX. und letzten Satz «Je suis celui qui suis» („Ich bin, der ich bin“) zu Ende ging und zum Schluss nur noch der Vogelruf der Goldammer ertönte, war das Konzert noch nicht beendet, denn dieses Stück fing nun an in einem weiterzuarbeiten, auch wenn die letzten Töne schon längst verklungen waren. Jan Hage sei gedankt für seinen grandiosen musikalischen Vermittlerdienst! Fr. Nikodemus C. Schnabel OSB zum Plakat >> |
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