Dialogues Mystiques:
Orgelvigil zum Hochfest des Heiligen Benedikt
Orgelkonzert mit P. Dominikus Trautner am 11. Juli 2009


Zum Fest des Ordensvaters passend spielte – übrigens bereits zum zweiten Mal im Rahmen der diesjährigen Dialogues Mystiques – ein Benediktinerpater das Orgelkonzert: Domikus Trautner, Organist der Abtei Münsterschwarzach. Er war schon im vergangenen Jahr an diesem Tag aufgetreten. Diesmal lag das Besondere in der Form seines Konzertes – einer Orgelvigil zum Hochfest des Hl. Benedikt. Entsprechend wechselten im Programm, in dem P. Dominikus Text und Musik einfühlsam abgestimmt hatte, zentrale Stellen der Benediktregel mit hochromantischen Kompositionen, die sie stimmungsmäßig auslegten. Wie P. Nikolaus in seiner theologischen Einführung betonte, ruft die Benediktregel den Menschen zu einem Dialog mit Gott. Dem entsprach César Franck durch den gerade für ihn typischen Dialog der Melodien, der auch die beiden aufgeführten Stücke prägt: die breit ausladende „Fantasie A-Dur“, in der unter anderem ein Choralthema verarbeitet wird, und das „Cantabile“, das ganz von der tiefen Religiosität Francks durchpulst ist und auch in seiner Totenmesse gespielt wurde. Bei uns erstmals zu hören war Siegfrid Karg-Elert mit „Choralpräludien“. Louis Vierne deutete mit seiner „Symphonie Nr. 1“ die Gottsuche, wie sie Benedikt von seinen Mönchen erwartet. Jean Langlais schließlich kommentierte durch „Chant de Paix“ das Regelkapitel 72 über den guten Eifer der Mönche, eine Kurzformel der Liebe. Am Ende mündete alles in Langlais’ „Te Deum“ – auch darin Benedikt entsprechend und dem auf der Kirchendecke gemalten Schriftwort „ut in ominibus glorificetur deus“ („damit in allem Gott verherrlicht werde“). Welch eine berauschende Klangfülle, die an diesem Abend die geistliche Botschaft Benedikts meditierte und in die Sprache des Herzens übersetzte!

Gesprächen bei der anschließenden Agape im Schottensaal zufolge hatte die „Symphonie“ von Vierne bei mehreren Zuhörern große Lust auf weitere Werke dieses Komponisten geweckt. So hoffen wir, seine Orgelstücke künftig noch häufiger in der Liturgie und vielleicht sogar in Konzerten der Dialogues mystiques hören zu können.

P. Georg Braulik OSB


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