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Fast ein Jahrhundertsjubiläum
Unsere Organistin konnte den erfahrenen Restaurator Gert Hecher gewinnen, der 1997 auf diesem Flügel selbst mehrere Konzerte gegeben hatte. Sein Klavier-Atelier vertritt für die Restaurierung von historischen Klavieren die „Philosophie“, den möglichst originalen Zustand wiederherzustellen. Das gilt auch für unseren Bösendorfer, der seiner Nummer nach im Jahr 1919 gefertigt wurde, also noch aus der goldenen Periode der Firma stammt. Viele Bösendorfer-Liebhaber finden sogar, das „Modell 20“ sei das Beste, das Bösendorfer je gebaut habe. Unser Klavier ist also ein Geschichtsdokument was sich bis zu den damals noch mit Eisen, nicht Kupfer, umwickelten Bassseiten zeigt. Zu seiner „Seele“ gehört nach dem Klangkonzept Bösendorfers, dass das ganze Instrument mitschwingt. Das vordringlichste Erfordernis ist ein eleganter, weicher, singender Klang. Das hat Konsequenzen für Restaurierung unseres Flügels: Es mussten vor allem die Hammerköpfe im Stil von einst mit einem Weichholzkern und nicht gebleichtem Filz nachgebaut werden. Denn beides bestimmt entscheidend die Klangfarbe. Ebenso war die Besaitung entsprechend jener vor hundert Jahren zu erneuern. Und nicht zuletzt musste das ganze Klavier politiert werden. Nur dieser Mehraufwand an Handwerksarbeit garantiert, dass der alte Flügel seinem originalen Charakter nach individueller, mechanisch sensibler und ästhetisch verfeinerter klingt als die modernen Klaviere aus der industriellen Massenproduktion. Im Abendkonzert der Dialogues mystiques am 28. September war unser frisch restaurierter Bösendorfer erstmals wieder in seinem ursprünglichen Charme zu hören fast ein Jahrhundertjubiläum! P. Georg Braulik OSB |
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