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Dialogues Mystiques 2010:
Obwohl in ihrer Auswahl die „Moderne“ dominierte das Herzstück bildete doch J. S. Bachs Preludium und Fuge in H-Moll, die die „Leidenschaft“ der Passion und die Erhöhung Christi musikalisch einholten. Beide Aspekte zogen sich von Anfang an wie ein roter Faden durch alle Kompositionen. Schon J.-L. Florentz „Seigneur des Lumières“ vereinte in afrikanisch anmutenden Klängen den leidenden Gottesknecht wie das in der Osternacht aufstrahlende „Lumen Christi“. Die gleiche Spannung, nun zwischen dem Abstieg Christi in den Leidensgehorsam eines Sklaven und seiner Erhöhung zum Herrn, brachte einfühlsam die an den Philipperhymnus anschließende virtuose Improvisation zum Ausdruck. Und Ähnliches galt für die musikalische Ausdeutung des vergeblichen Mühens und der Rettung des jesajanischen Gottesknechtes. Mit Ch. Tournemires „Prélude et Fresque“ erhielten beide Seiten dann eine mystische Dimension und verschmolzen in der leidenschaftlichen Liebe des Herzens Jesu. N. Hakims „Embrace of Fire“ enthüllte im Anschluss an das Lukasevangelium das Feuer, das Jesus auf Erden als Leidenschaft für den Menschen entfacht hatte. In den Flammen, die da tonmalerisch aufzuckten, und das Antlitz erleuchteten wie bei Menschen, „die tanzend zu einer Hochzeitsfeier gehen“, schloss sich der Kreis, der beim „Seigneur des Lumières“, dem „Herrn der Lichter“, begonnen hatte. Die Choralmelodien des „Agnus Dei“ und „Pange lingua“, die Z. Ferjenčíková abschließend der freien Improvisation vorgegeben hatte, verwiesen auf die Gestalten des Gottesknechtes Jesus als Lamm und Speise und ihre Wirksamkeit für jeden von uns. Der begeisterte Applaus entlockte dem Organisten eine Zugabe. Sie ließ J. S. Bach an diesem spirituell besonders gehaltvollen Orgelabend das letzte theologische Wort in der Sprache der Musik sagen.P. Georg Braulik OSB
zur Bildergalerie (Photos: M. Schönhacker) >> zum Programm Dialogues Mystiques 2010 >> |
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